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Atomuhrzeit

Mit Eisenschlamm gegen Geruch

In einigen Wasserwerken ist es notwendig gelöstes Eisen-II zu entfernen. Dazu wird das Grundwasser belüftet und in Filterstufen von Eisen und Mangan befreit. Bei der Spülung der Filter fällt schlammhaltiges Wasser an. Bei dem zurückgehaltene Eisenschlamm mit geringen Mangan-Anteilen handelt es sich um einen Eisenhydroxidschlamm, der zur Bindung von Schwefelwasserstoff in Abwasserkanälen eingesetzt werden kann und es sich damit, bei richtiger Dosierung um eine Verwertung handeln kann. Es ist allerdings zu bemerken, dass dieser Hydroxidschlamm je nach Beschaffenheit zum Teil sehr unangenehme mechanische Eigenschaften hat und sehr schwierig ist zu dosieren. Aus diesem Grund ist schon öfter der Einsatz gescheitert.

Es ist sehr erfreulich zu beobachten, daß Informationen wie diese Seite positive Auswirkungen haben, ob direkt oder indirekt. Seit nunmehr 2001 ist diese Seite im Internet abzurufen. Auf den Suchmaschinen war bei der Suche nach Eisenschlamm fast immer nur diese Seite aufgetaucht, die davon berichtete den Eisenschlamm auch für die Geruchsbindung einzusetzen. Sonst war Eisenschlamm immer als störender Abfall beschrieben worden.. Das hat sich geändert, seit die Berliner Wasserbetriebe den Einsatz von Eisenschlamm im Kanal zur Schwefelbindung seit 2003 betreibt. Man könnte meinen das Rad ist neu erfunden worden, so überschwenglich berichtet die Presse für diese geniale Verwendung einen Abfallstoffes mit der doppelten Wirkung der Schwefelbindung und der Phosphatelimination im weiteren Verlauf in der Kläranlage.

Wechselwirkung zwischen Eisenhydroxid Fe(OH)3 und gelösten Sulfiden:

2Fe(OH)3 + 3 H2S 2 FeS +  S + 6H2O

Diese Gleichung teilt sich auf in zwei Reaktionen

1. Reduktive Auflösung des Eisen-III-Hydoxids zum gelösten Eisen-II-Ion:

2 Fe(OH)3 + H2S + 4 H+ 2 Fe²+ +  S + 6 H2O

2. Die gelöste Eisen-(II)-Ionen reagieren mit den gelösten Sulfiden entsprechend dem Löslichkeitsprodukt zum Eisensulfid:

Fe2+ + H2S FeS + 2H+

Wegen Bedenken zu Ablagerungen und Eisensulfid im Kanal siehe: Eisendosierung: Eisensulfid im Kanal:

  • Beim Einsatz von 3-wertigen Eisenhydroxidschlämmen entsteht elementarer Schwefel

 

  • Eisenhydroxidschlämmen sind sehr Frachtintensiv und wenn nicht vor Ort vorhanden nicht bezahlbar
  • Sinnvolle und umweltgerechte Verwertung statt Behandlung und Entsorgung von Wasserwerksrückständen
  • Durchläuft Eisensulfid (FeS) eine Oxidationsstufe (Biologische Stufe einer Kläranlage) wird es dort oxidiert und nimmt an der simultanen Phosphatfällung teil.